Der Bauernführer Stefan Fadinger

Stefan Fadinger war der Besitzer des Fadingergutes in Parz bei St. Agatha und unterstand der Herrschaft Stauff. Durch die Gegenreformation Anfang des 16. Jahrhunderts wurden die Bauern gezwungen, wieder den katholischen Glauben anzunehmen. Es herrschte allgemeiner Aufruhr unter den Bauern des ganzen Landes.

 

 

 

Als Ende 1625 in Natternbach ein katholischer Pfarrer eingesetzt werden sollte, widersetzten sich die Bauern, sodass die Kommissäre samt dem Pfarrer flüchten mussten. Durch weitere solche Vorfälle in anderen Orten und dem Würfelspiel am Haushamerfeld bei Frankenburg, kam es zur offenen Rebellion. Die Bauern um Fadinger sahen damals keine andere Möglichkeit mehr, als sich mit Dreschflegeln, Morgensternen und Hellebarden gegen die unerträgliche Steuerlast und dem verlangten Glaubenswechsel zu wehren.

Am 17. Mai 1626 brach der Aufstand los. Seele der ganzen Bewegung war Stefan Fadinger, der von seinem Schwager Christof Zeller, Wirt bei der Kirche zu St. Agatha, unterstützt wurde. Die erste große Schlacht gegen die kaiserlichen Truppen unter Graf Adam Herberstorff wurde in der Ledererwiese bei Peuerbach geschlagen und endete mit einem grandiosen Sieg der Bauern. Die Bauern eroberten unter der Führung Fadingers und Zellers noch viele Städte, wie Eferding, Enns, Wels oder Freistadt. Bei der Belagerung von Linz errichtete Fadinger sein Hauptquartier in Ebelsberg bei Linz.

Die Vorstädte von Linz wurden von den Bauern umzingelt. Gegen Abend des 28. Juni 1626 ritt Fadinger um die Stadt herum, um die von ihm aufgestellten Posten zu besichtigen. Als er beim Landhaus vorbeiritt, wurde von den belagerten Truppen des Statthalters auf ihn geschossen. Sein Pferd wurde tödlich getroffen und ihm hat eine Kugel den Schenkel zerschmettert. Er erholte sich von dieser Verwundung nicht mehr und starb am 5. Juli 1626 in seinem Hauptquartier in Ebelsberg an Wundbrand.

 

Quelle: Homepage der Gemeinde St. Agatha